Das etwa 60 ha große Schwarze Moor in der Rhön liegt in einer flachen Hangmulde auf der von vulkanischen Gesteinen geprägten Hochebene der Langen Rhön. Im Gegensatz zu vielen anderen Mooren hat es noch einen relativ ursprünglichen Charakter, da es weitgehend von Trockenlegung und Torfabbau verschont blieb. Entlang eines Rundweges sind verschiedene Moorstadien vom Niedermoor bis zum aufgewölbten Hochmoor zu sehen.

Das Schwarze Moor in der Rhön – Impressionen

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Das Hochmoor

Hier die Hochmoorfläche mit Kiefern, Birken, Rauschbeeren, Krähenbeeren, Flechten, Gräsern, …

Das Auge des Hochmoors

Das „Auge“ des Hochmoores. Wassertümpel, die vom unterhalb des Moorplateaus verfügbaren Wassers gespeist werden. Das Wasser ist bis zu 2,5 m tief. Darunter liegt eine dicke Torfschicht. Die für Hochmoore so typische wasserundurchlässige Tonschicht befindet sich hier erst in 4 m Tiefe.

In Mooraugen gibt es keine größeren Tiere wie Fische und Frösche. Dazu ist das Wasser – genauso wie Torf – zu nährstoffarm und sauer. Die Säure würde den Fischen den Kalk aus den Gräten entziehen. Auch zum Schwimmen sind Mooraugen nicht geeignet. Das kaffebraune Wasser ist sehr kalt. Außerdem sind die Pflanzen um das Moorauge sehr selten und empfindlich. Sie sterben ab, wenn auf ihnen herumgetreten wird.

Blühende Pflanzen im Moor

Jetzt, gerade noch im Frühjahr blühen eine Menge Pflanzen im Moor.

Die Böden im Schwarzen Moor sind nasskalt, sauer und haben kaum Nährstoffe, von denen Pflanzen leben könnten. Außerdem ist das Klima rau und kalt. Nur sehr wenige Beerenarten, Torfmoos, Gräser und kleine Sträucher können unter diesen Bedingungen überleben. Da es immer weniger Moore gibt, sind viele dieser Pflanzen gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Besonders gut hat sich das Torfmoos an die schwierigen Bedingungen angepasst. Es kann im Wasser wachsen und klaut anderen Pflanzen die Nährstoffe. So kann es überleben, während andere Pflanzen verdrängt werden.

Eine besondere Eigenschaft hilft dem Rundblättrigen Sonnentau im Moor zu überleben: Es ist eine fleichfressende Pflanze. Die Nährstoffe holt er sich aus Insekten, die er mit klebrigen Blättern fängt. Zurück bleibt nur die Chitinhülle des Insektes.

Die Moore der Rhön – Entstehungsgeschichte

Im Gebiet der heutigen Rhön kam es im Tertiär zur Ablagerung toniger Sedimente. Zudem förderten vor etwa 25 bis 18 Millionen Jahren Vulkane ausgedehnte Lavaströme zu Tage, die zu Basalten erstarrten. der heutige Plateau-Charakter der Langen Rhön ist auf die Verwitterungs-Resistenz dieser Basalte zurückzuführen.

Während der letzten Eiszeit, die vor etwa 14000 jahren endete, lag die Rhön im Periglazialbereich. In diesem Gebiet gab es zwar keine Gletscher, dafür aber Erscheinungen, wie sie heute für Polargebite typisch sind. So entstanden durch Firnerosion und Bodenfließen große Hangmulden. Dort, wo wasserstauende Sedimente wie Tone oder lehmige Verwitterungsrückstände der Basalte diese Mulden abdichteten, bildeten sich ausgedehnte Moorgebiete. Entscheidend hierfür sind hohe Niederschlagsmengen und niedrige Bodentemperaturen. Die heutigen klimatischen Bedingungen in der Hohen Rhön mit 1000 mm Jahresniederschlag, 4,7°C Jahresmitteltemperatur und zahlreichen Schnee-, Frost- und Nebeltagen begünstigen das Moorwachstum.

Die Entstehung und Zonierung von Mooren

Bei dauernder Vernässung des Bodens kann aufgrund des Luft- bzw. Sauerstoffmangels abgestorbenes organisches Material nur unvollständig oder gar nicht mehr abgebaut werden. Dies führt zur Anreicherung des organischen Materials in Form von Torf. Nur besonders spezialisierte Lebensgemeinschaften können diese Standorte besiedeln.

Bei der Moorentstehung werden verschiedene Typen bzw. Stadien unterschieden: Zunächst bilden sich in Senken oder durch Verlandung von Seen „Niedermoore“, die mit dem Grundwasser in Verbindung stehen. Bei günstigem Feuchtklima wächst das Moor durch die fortschreitende Materialanhäufung in die Höhe und verliert den Kontakt zum Grundwasser. Die daraus entstehenden „Hochmoore“ werden ausschließlich von Niederschlagswasser (Regen, Nebel, Tau) gespeist. Bevorzugt wachsen im Zentrum des Moores wasserspeichernde Torfmoose auf, wodurch Hochmoore eine uhrglasförmige aufgewölbte Form entwickeln.

Zwischen Hoch- und Niedermooren befinden sich häufig „Übergangsmoore“, die vergleichsweise trocken sind und dadurch auch einen spärlichen Baumbewuchs (z.B. Birken) erlauben.

Nutzung und Bedeutung von Mooren

Moore wurden und werden verschiedentlich genutzt: Durch Entwässern hat man früher landwirtschaftliche Nutzflächen gewonnen. Der Torf war ehemals als Heizmaterial begehrt, heute wird er vor allem für gartenbauliche und medizinische Zwecke verwendet.

Das Schwarze Moor in der Rhön

Das Schwarze Moor in der Rhön ist ein typisches Hangmoor, das sich in einer flachen Mulde auf einer wasserundurchlässigen tertiären Tonunterlage gebildet hat. Es weist alle Stadien vom Niedermoor über das Übergangsmoor zum Hochmoor auf. Die Torfmächtigkeit erreicht lokal bis 8m. Im Gegensatz zu vielen anderen Mooren wurde im Schwarzen Moor früher nur geringfügig Torf gestochen und auch die Maßnahmen zur Trockenlegung hielten sich in Grenzen. Dadurch zeigt das Moor noch seinen ursprünglichen Charakter. Bereits 1939 wurde es unter Naturschutz gestellt.